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Waschmaschine laut beim Schleudern – ist es ein Lagerschaden?
Beim Schleudern klingt Ihre Waschmaschine plötzlich wie ein startendes Flugzeug? Sie rumpelt, scheppert oder wandert durch das Badezimmer? Ganz leise ist Schleudern nie. Wird es aber deutlich lauter als gewohnt, hat das einen Grund. Oft ist er harmlos und schnell behoben. Ein Lagerschaden gehört dagegen in die Hände eines Technikers. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die Ursachen unterscheiden.
Sicherheit zuerst
- Ziehen Sie den Netzstecker, bevor Sie in die Trommel greifen oder das Gerät prüfen.
- Greifen Sie nie in eine Trommel, die sich noch dreht.
- Eine Waschmaschine ist schwer. Kippen oder verschieben Sie sie nicht allein, sonst kann sie umfallen oder Sie verletzen sich.
- Tritt Wasser aus, drehen Sie zusätzlich den Wasserhahn zu.
Welche Geräusche normal sind
Beim Anschleudern verteilt sich die Wäsche. Dabei rumpelt es kurz, und die Maschine korrigiert die Verteilung, manchmal mehrmals. Beim schnellen Schleudern ist ein gleichmäßiges Surren normal. Auch die Laugenpumpe ist beim Abpumpen zu hören.
Auffällig sind dagegen:
- Dröhnen oder Mahlen, das mit der Drehzahl lauter wird
- Schlagen gegen das Gehäuse oder Wandern des ganzen Geräts
- Klappern oder Scheppern, als läge Metall in der Trommel
- Quietschen oder Schleifen bei jeder Umdrehung
Die häufigsten Ursachen
Die ersten vier Ursachen können Sie selbst prüfen, deshalb stehen sie vorne. Die letzten drei stellt nur ein Techniker fest. Darunter ist auch der häufigste Befund unserer Techniker bei lauten Waschmaschinen: verschlissene Lager.
1. Die Maschine steht nicht gerade
Steht die Maschine schief oder wackelt sie, schaukelt sie sich beim Schleudern auf. Weiche Böden wie Holzdielen verstärken das.
Selbst prüfen: ja. Legen Sie eine Wasserwaage oben auf das Gerät. Die Füße lassen sich hinein- und herausdrehen. Wie Sie sie einstellen und, falls vorgesehen, feststellen, steht in der Aufstellanleitung. Legen Sie keine Holz- oder Kartonstücke unter die Füße. Die Maschine darf keine Wand und kein Möbelstück berühren.
2. Die Transportsicherungen sind noch drin
Neue Waschmaschinen werden mit Transportsicherungen geliefert. Das sind Schrauben oder Bolzen an der Rückseite, die den Laugenbehälter beim Transport festhalten. Bleiben sie drin, schlägt die Maschine beim Schleudern heftig. Das betrifft auch Geräte nach einem Umzug, wenn die Sicherungen dafür wieder eingesetzt wurden.
Selbst prüfen: ja. Sehen Sie auf der Rückseite nach und vergleichen Sie mit der Aufstellanleitung. Die Sicherungen gehören vor der ersten Wäsche entfernt.
3. Die Wäsche ist ungleich verteilt
Ein einzelnes schweres Stück, etwa eine Badematte, ein Bettvorleger oder eine Jacke, bringt die Trommel aus dem Gleichgewicht. Auch eine sehr kleine Ladung lässt sich schlecht verteilen.
Selbst prüfen: ja. Waschen Sie schwere Einzelteile zusammen mit ein paar Handtüchern.
4. Ein Fremdkörper klappert
Münzen, BH-Bügel, Schlüssel oder Knöpfe können zwischen Trommel und Laugenbehälter oder in die Pumpe rutschen. Dann klappert oder scheppert es, besonders beim Schleudern.
Selbst prüfen: teilweise. Drehen Sie die leere Trommel langsam von Hand und hören Sie genau hin. Sehen Sie im Flusensieb nach. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag Waschmaschine pumpt nicht ab. Steckt der Fremdkörper tiefer im Gerät, muss ein Techniker ihn entfernen.
5. Stoßdämpfer oder Federn sind verschlissen
Der Laugenbehälter hängt an Federn und wird von Stoßdämpfern gebremst. Sind sie verschlissen, schlägt die Maschine besonders beim Anschleudern gegen das Gehäuse und springt.
Selbst prüfen: nein.
6. Riemen oder Riemenscheibe sind locker
Bei vielen Maschinen treibt ein Riemen die Trommel an. Ist er ausgeleiert, rutscht oder quietscht er. Sitzt die Riemenscheibe locker, klackt es rhythmisch, oder die Trommel ruckelt.
Selbst prüfen: nein.
7. Die Lager sind verschlissen
Das ist der häufigste Einzelbefund unserer Techniker bei lauten Waschmaschinen. Die Lager tragen die Trommel. Dringt über die Jahre Wasser ein, rosten sie und beginnen zu dröhnen.
Selbst prüfen: Sie können die Anzeichen erkennen, reparieren kann es nur ein Techniker.
Woran Sie einen Lagerschaden erkennen
Ein Lagerschaden kündigt sich meist langsam an. Diese Anzeichen sprechen dafür:
- Das Geräusch ist ein dumpfes Dröhnen oder Mahlen und wird mit der Drehzahl lauter.
- Es tritt auch ohne Wäsche auf, etwa beim Programm „Schleudern“ mit leerer Trommel.
- Die Trommel läuft beim Drehen von Hand rau statt gleichmäßig.
- Die Trommel hat Spiel. Fassen Sie bei gezogenem Stecker den oberen Rand der Trommel und bewegen Sie ihn auf und ab. Dass der ganze Laugenbehälter dabei etwas mitschwingt, ist normal, denn er hängt an Federn. Bewegt sich aber die Trommel selbst im Behälter, oder klackt es, deutet das auf die Lager.
- Braune oder rostige Spuren unter oder hinter der Maschine, manchmal auch etwas Wasser.
Bei einem Lagerschaden sollten Sie nicht mehr waschen. Das Lager verschleißt dann immer schneller, und es kann Wasser austreten.
Ob sich eine Lagerreparatur bei Ihrem Gerät lohnt, hängt von der Bauart ab. Bei vielen Modellen sitzen die Lager fest im Laugenbehälter aus Kunststoff. Sie lassen sich dann oft nur zusammen mit dem Behälter oder dessen hinterer Hälfte tauschen. Das beurteilt der Techniker nach der Fehlersuche und bespricht es mit Ihnen.
Wann Sie den Kundendienst rufen sollten
Melden Sie die Reparatur an, wenn
- die Maschine trotz gerader Aufstellung und gut verteilter Wäsche laut bleibt,
- Sie Anzeichen für einen Lagerschaden bemerken,
- es klappert und Sie den Fremdkörper nicht finden,
- die Maschine gegen das Gehäuse schlägt oder springt,
- Wasser austritt oder es verbrannt riecht – dann Stecker ziehen und nicht mehr einschalten.
Ein Hinweis zur Garantie: Laute Geräusche durch nicht entfernte Transportsicherungen, eine schiefe Aufstellung oder Fremdkörper gelten bei den Herstellern in der Regel nicht als Gerätefehler. Ein kurzer Blick auf diese Punkte vor der Anmeldung ist deshalb sinnvoll.
Was Sie für die Anmeldung bereithalten
- Typenschild: Modell-, Produkt- und Seriennummer. Mehr dazu in Wo finde ich das Typenschild?
- Kaufdatum, am besten mit Rechnung – wegen der Garantie
- Fehlercode, falls einer angezeigt wird
- ein Foto, zum Beispiel von Spuren unter dem Gerät. Nehmen Sie das Geräusch beim Schleudern zusätzlich mit dem Handy auf. Das hilft dem Techniker bei der Einschätzung.
Mehr über die Reparatur vor Ort lesen Sie bei der Waschmaschinen-Reparatur.
