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Kühlschrank kühlt nicht richtig – was Sie selbst prüfen können
Die Milch ist nicht mehr richtig kalt, die Butter wird weich, oder im Gefrierfach taut es an? Wenn der Kühlschrank nicht richtig kühlt, ist schnelles Handeln gefragt, denn es geht um Ihre Lebensmittel. Nicht jede Ursache ist ein Defekt. Manchmal liegt es an der Einstellung, an der Tür oder am Aufstellort. In diesem Beitrag lesen Sie, was Sie selbst prüfen können, was bei großer Hitze hilft und wann ein Techniker kommen muss.
Sicherheit zuerst
- Arbeiten Sie nie am Kältekreislauf. Die Leitungen mit dem Kältemittel liegen hinter der Innenwand und an der Rückseite. Viele Geräte arbeiten mit einem brennbaren Kältemittel.
- Kratzen Sie kein Eis mit Messer, Schaber oder anderen spitzen Gegenständen ab.
- Bevor Sie das Gerät abtauen oder die Rückseite absaugen, ziehen Sie den Netzstecker.
- Bringen Sie empfindliche Lebensmittel in Sicherheit, etwa in eine Kühltasche mit Kühlakkus.
Woran Sie das Problem erkennen
- Das Thermometer zeigt im Kühlteil deutlich mehr als 7 Grad.
- Im Gefrierteil ist es wärmer als minus 18 Grad, Eis wird weich.
- Der Kompressor läuft ohne Pause, ohne dass es kalt wird, oder er ist gar nicht mehr zu hören.
- An der Rückwand bildet sich immer wieder dickes Eis.
- Ein Warnton piept oder eine Temperaturanzeige blinkt.
Das können Sie selbst prüfen
Die Einstellung
Prüfen Sie zuerst, ob die Temperatur verstellt wurde. Das passiert beim Putzen oder beim Einräumen leicht. Bei manchen Geräten, etwa von AEG und Electrolux, gibt es außerdem einen Demo-Modus für die Vorführung im Geschäft. Im Display steht dann zum Beispiel „DEMO“ oder „dE on“. Wie Sie ihn beenden, steht in der Gebrauchsanweisung im Abschnitt zur Fehlersuche.
Messen Sie die Temperatur mit einem Thermometer in einem Glas Wasser. Legen Sie es für einige Stunden in die Mitte des Kühlteils.
Die Tür und die Dichtung
Schließt die Tür nicht ganz, strömt ständig warme Luft hinein. Das Gerät kühlt dann schlecht und vereist gleichzeitig. Prüfen Sie:
- Stößt eine Flasche, eine Lade oder ein Glas von innen an die Tür?
- Liegt die Dichtung rundherum an? Klemmen Sie einen Streifen Papier in die geschlossene Tür. Lässt er sich ohne Widerstand herausziehen, schließt die Dichtung an dieser Stelle nicht.
- Ist die Dichtung eingerissen oder verformt?
Die Luft im Innenraum
Im Innenraum muss kalte Luft zirkulieren können. Ein übervoller Kühlschrank kühlt ungleichmäßig. Stellen Sie die Lüftungsöffnungen an der Rückwand nicht zu, und stellen Sie keine warmen Speisen hinein.
Der Platz rund um das Gerät
Ein Kühlgerät gibt die Wärme aus dem Innenraum nach außen ab. Dafür braucht es Luft.
- Bei vielen Standgeräten sitzt hinten ein Gitter, der Verflüssiger. Er darf nicht an der Wand anliegen. Oft liegen dafür Abstandshalter bei. Den richtigen Abstand nennt die Gebrauchsanweisung.
- Der Verflüssiger verstaubt mit der Zeit. Saugen Sie ihn bei gezogenem Stecker vorsichtig ab oder reinigen Sie ihn mit einer weichen Bürste.
- Bei Einbaugeräten müssen die Lüftungsgitter im Sockel und oben am Küchenkasten frei sein.
- Steht das Gerät neben dem Herd, in der Sonne oder in einem sehr warmen Raum, muss es deutlich mehr arbeiten.
Die häufigsten Ursachen aus unserer Werkstatt
Hilft keine dieser Prüfungen, steckt meist ein Defekt dahinter. Bei Kühlgeräten, die nicht mehr richtig kühlen, finden unsere Techniker am häufigsten diese Ursachen:
- Die Abtauheizung ist defekt. Viele Geräte tauen den Verdampfer mit einer kleinen Heizung selbst ab, vor allem Geräte mit „NoFrost“. Fällt die Heizung dafür aus, vereist der Verdampfer hinter der Abdeckung langsam zu. Die Kühlung wird von Tag zu Tag schwächer, oft bildet sich Eis an der Rückwand. Das ist bei uns die mit Abstand häufigste Ursache.
- Elektronik oder Temperaturfühler. Das Gerät misst falsch oder schaltet den Kompressor nicht mehr richtig ein.
- Der Lüfter steht. Bei Geräten mit Umluft verteilt ein kleiner Lüfter die Kälte. Steht er still, bleibt ein Teil des Geräts warm.
- Der Kompressor ist defekt. Er läuft gar nicht mehr an oder nur kurz.
- Kältemittel ist ausgetreten. Der Kompressor läuft ständig, aber es wird nicht kalt. Ein Leck im Kreislauf lässt sich bei Haushaltsgeräten oft nicht mehr reparieren.
Diese Ursachen kann nur ein Techniker feststellen. Arbeiten am Kältekreislauf führen wir vor Ort nicht durch; was dann sinnvoll ist, besprechen wir nach der Diagnose mit Ihnen.
Wenn es draußen heiß ist
An heißen Sommertagen erreichen uns deutlich mehr Anfragen zu Kühlgeräten als im Winter. Der Grund: Je wärmer der Raum, desto mehr muss das Gerät arbeiten. Ein Gerät, das ohnehin schon schwächelt, schafft es dann nicht mehr.
Auf dem Typenschild steht die Klimaklasse. Sie gibt an, für welche Raumtemperatur das Gerät gebaut ist:
- SN: 10 bis 32 Grad
- N: 16 bis 32 Grad
- ST: 16 bis 38 Grad
- T: 16 bis 43 Grad
Manche Geräte decken mehrere Klassen ab. Steht zum Beispiel SN-T auf dem Typenschild, ist das Gerät für 10 bis 43 Grad gebaut. Den Bereich finden Sie auch in der Gebrauchsanweisung.
Wird es im Raum wärmer, als die Klimaklasse vorsieht, kühlt auch ein intaktes Gerät schlechter. So helfen Sie Ihrem Kühlschrank durch heiße Tage:
- Öffnen Sie die Tür seltener und nur kurz.
- Lassen Sie Speisen erst abkühlen, bevor Sie sie hineinstellen.
- Räumen Sie große Mengen Getränke nicht auf einmal ein. Hat Ihr Gerät eine Schnellkühl- oder Schnellgefrierfunktion, schalten Sie sie rechtzeitig vorher ein. Wie das geht, steht in der Gebrauchsanweisung.
- Halten Sie die Lüftungsgitter frei und lassen Sie Wärme aus der Küche abziehen.
- Stellen Sie die Temperatur nicht auf die kälteste Stufe. Das Gerät läuft dann ohne Pause, und manche Geräte vereisen dabei.
Wo Sie das Typenschild mit der Klimaklasse finden, erklärt der Beitrag Wo finde ich das Typenschild?
Wann Sie den Kundendienst rufen sollten
Melden Sie die Reparatur an, wenn
- das Gerät trotz richtiger Einstellung und freier Lüftung nicht mehr kalt wird,
- der Kompressor gar nicht mehr anläuft oder ohne Pause läuft, ohne dass es kalt wird,
- sich immer wieder Eis an der Rückwand bildet, obwohl die Tür dicht schließt,
- ein Warnton oder eine Temperaturwarnung nicht mehr verschwindet,
- es brummt, klickt oder schleift, wie Sie es von Ihrem Gerät nicht kennen.
Bis der Techniker kommt: Lassen Sie die Tür möglichst zu. Wie lange Tiefgekühltes bei einem Ausfall durchhält, steht in der Gebrauchsanweisung oder auf dem Typenschild, meist unter „Lagerzeit bei Störung“ oder „Anstiegszeit“.
Was Sie für die Anmeldung bereithalten
- Typenschild: Modell-, Produkt- und Seriennummer. Beim Kühlgerät sitzt es meist innen an einer Seitenwand. Mehr dazu in Wo finde ich das Typenschild?
- Kaufdatum, am besten mit Rechnung – wegen der Garantie
- Fehlercode oder Warnanzeige, falls vorhanden
- ein Foto, zum Beispiel von Eis an der Rückwand oder von der Temperaturanzeige
- die gemessene Temperatur im Kühl- und im Gefrierteil
Mehr über unseren Service lesen Sie bei der Reparatur von Kühl- und Gefriergeräten und beim Liebherr-Kundendienst.
